
Jens Heidenreich
Besonders in der Telekommunikationsbranche wird es zunehmend wichtiger, die Kosten eines Produktes benennen zu können. Durch die Liberalisierung und die einhergehende Regulierung besteht der Bedarf und die Notwendigkeit die marktüblichen Kosten von Telekommunikationsprodukten zu kennen. Dieser Wissensbedarf kristallisiert sich in fünf Fragen:
- Was kostet mein Produkt?
- Wo kommen die Kosten her?
- Wie setzen sich die Kosten zusammen?
- Welche Kosten sind durch das Management beeinflussbar?
- Wie wirken sich Veränderungen an den Kosten auf meine Produktkosten aus?
Was kostet mein Produkt?
Beispielsweise wird von einem marktbeherrschenden Unternehmen die Darlegung der Kosten zur Erstellung jedes seiner Produkte gefordert. Eine Schätzung ist nicht akzeptabel, eine allgemeine Kostenrechnung ist zu ungenau, eine aufwendige Kostenrechnung kann schnell in einem, für den Außenstehenden, unverständlichen Wirrwarr münden.
Die Methode und Konzeption des Kostenflusses löst diese Aufgabe - sie bietet eine verständliche Dokumentation der Kostenberechnung und gleichzeitig eine Berechnung der Produktkosten. Dies bleibt jederzeit verständlich und auch für Außenstehende schnell nachvollziehbar.
Wo kommen die Kosten her?
Wie setzen sich die Kosten zusammen?

Jedes erstellte Telekommunikationsprodukt beinhaltet Kosten, die zu dessen Erstellung oder Bereitstellung angefallen sind. In einem Unternehmen, das viele Produkte und Dienstleistungen erstellt, teilen sich die allgemeinen und produktspezifischen Kosten auf diese vielen Produkte und Dienstleistungen auf, werden zersplittert. Um die Kosten für ein Produkt oder eine Dienstleistung zu kennen, bedarf es detaillierter Rechnungen und der Ermittlung der verschiedenen Kostenanteile.
Hier bietet die Kostenflussanalyse eine übersichtliche Lösung - die Kosten, -quellen und -anteile werden bei der Modellerstellung identifiziert, in Verbindung gebracht, die Kosten berechnet und verständlich dargestellt.
Welche Kosten sind durch das Management beeinflussbar?
In der Vielzahl der Kosten, die auf einzelne Produkte auflaufen, sind nur Teile davon durch das Management direkt beeinflussbar: Das Management des herstellenden Bereichs kann i.d.R. Personal- und Verbrauchskosten kurz- und mittelfristig beeinflussen, hat jedoch keinen/geringen Einfluss auf Umlagen und die Kosten intern bezogener Produkte.
Mit den Ergebnissen aus den Kostenflussmodellen können diejenigen Kosten identifiziert und verständlich dargestellt werden, die durch das Bereichsmanagement wirklich beeinflussbar sind. In Verbindung mit eine grafischen Darstellung können besonders Nicht-Controller die für sie wichtigen Kosten-Kennzahlen in ihre Entscheidungen einbeziehen.
Wie wirken sich Veränderungen an den Kosten auf meine Produktkosten aus?
Neben dem Wissen um die Herkunft der Kosten für ein Produkt ist es wichtig zu wissen, in welcher Menge und und zu welchem Zeitpunkt Kosten einem Produkt zugerechnet werden. Mit diesem Wissen können Entscheidungen zum effektive Management von Kosten getroffen und in verschiedenen Szenarien durchgespielt werden.
Die Kostenflussanalyse unterstützt hierbei durch detaillierte, verständliche Kostenmodelle und die Bereitstellung von Kostenreports. Mit diesen Informationen können Modell-Szenarien gespeist werden oder auch das Kostenmodell selbst für Simulationen oder Variantenberechnungen dienen.
Es ist immer wieder bedrückend zu sehen, wie viele im Management sozusagen per Blindflug operieren. Das ist jetzt kein Petitum für die weltweite Fangemeinde von Excel, die in Daten sozusagen ertrinken. Aber wenn ich die Basics nicht kenne, werde ich Probleme bekommen.